Fähren von Deutschland nach Großbritannien
Eine Direktfähre von Deutschland nach Großbritannien gibt es nicht. Das ist weniger dramatisch, als es klingt: Die Abfahrtshäfen in den Niederlanden und Nordfrankreich sind aus weiten Teilen Deutschlands schneller erreicht als mancher deutsche Fährhafen — und die Auswahl an Überfahrten ist groß.
Über die Niederlande: die bequeme Variante
Ab Hoek van Holland bei Rotterdam bringt dich Stena Line in rund sechseinhalb Stunden nach Harwich, mit Abfahrten am Tag und über Nacht und Kabinen an Bord. Für Nordengland und Schottland ist die DFDS-Nachtfähre von IJmuiden bei Amsterdam nach Newcastle die direkteste Lösung: tägliche Abfahrt am späten Nachmittag, Ankunft am nächsten Morgen — die lange Fahrt durch England entfällt komplett.
Über Calais und Dünkirchen: die Kurzstrecke
Den dichtesten Takt bietet der Ärmelkanal. Zwischen Calais und Dover fahren P&O Ferries, DFDS und Irish Ferries — zusammen mehrere Dutzend Abfahrten pro Tag, die Überfahrt dauert etwa anderthalb Stunden. DFDS bedient zusätzlich Dünkirchen–Dover in rund zwei Stunden; dort kommst du allerdings nur mit Fahrzeug an Bord, Fußpassagiere nimmt die Route nicht mit.
Welcher Weg für wen?
Aus Norddeutschland mit Ziel London oder Ostengland ist Hoek van Holland–Harwich meist der beste Kompromiss aus kurzer Anfahrt und planbarer Überfahrt. Willst du nach Schottland oder in den Norden Englands, spart die Nachtfähre nach Newcastle viele Kilometer Linksverkehr. Aus Süd- und Westdeutschland lohnt oft die Fahrt nach Calais oder Dünkirchen: Die Anfahrt ist länger, dafür bist du bei den Abfahrten maximal flexibel und schnell drüben. Mit dem Wohnmobil hängt die Wahl vom Reisestil ab — Nachtfähre mit Kabine, wenn du ausgeruht ankommen willst, Kurzstrecke, wenn du die Strecke lieber selbst fährst und unterwegs übernachtest.